23.4.2008

MSS-Dauertest im April

Von Daniel Riesen um 18:34 [ MSS-Dauertest Kawasaki 1400GTR ]


10./11. April

Nein, bei diesem Einsatz der GTR ist es für einmal nicht abscheulich kalt. Ich besuche den Anneau du Rhin - Pressetag von Yamaha - mit Anreise am Vorabend. Diesmal ist es nass, ein bisschen bei der Hinfahrt, sintflutmässig auf der Heimfahrt am Freitag. In der Gischt sieht man kaum etwas, doch was die meisten französischen Autofahrer sehen sind die grossflächigen Scheinwerfer der 1400 GTR im Rückspiegel.

Reicht dies nicht, genügt eine kurze Blinkerbetätigung, um die linke Spur frei zu machen. Da können sich Schweizer Linksspur-Schleicher mehr als nur eine Scheibe abschneiden...

Name Daniel Riesen
Datum 10./11. April 2008
Ort Bern-Anneau-du-Rhin-Bern
Kilometer Trip 350 km
Kilometer Total 1400 km
Durchschnittsverbrauch nicht geachtet
Besonderes GTR als Rennstreckentaxi missbraucht


Mit den im Vergleich zu den Autos schmalen Reifen pflügt man relativ sorgenfrei durch Gischt und Pfützen. Zusätzlich beruhigt das serienmässig montierte ABS.

Anlässlich des Yamaha-Pressetags konnte ich die nebst den BMW-Tourern grösste Konkurrentin der GTR, die Yamaha FJR1300 fahren. In den Versionen 2007 und 2008. Der Unterschied: Der jüngste Jahrgang verfügt über ein verfeinertes ABS. Yamaha setzt im Druckmodulator neu linear öffnende Ventile, d.h. es gibt nicht nur die Stellungen On/Off, also Bremsen, Bremsen lösen, Bremsen etc. Jetzt baut das FJR-ABS den Bremsdruck nach einer Lösephase sanfter wieder auf, und muss damit nicht gleich wieder nachregeln. Erster Eindruck: Kürzere Lösephasen (also kaum noch "verlorene" Meter) und ein vermindertes und damit angenehmeres Pulsieren in den Bremshebeln.

Schon beim Vergleichstest FJR vs. GTR letztes Jahr hielten wir fest, dass die GTR mit höherer Frequenz und damit feiner regelt als die Yamaha. Dieser Eindruck bestätigte sich am Yamaha-Pressetag, eben mit der 07er FJR. Die 08er FJR1300 bremste im Regelbereich hingegen zmindest auf Kawasaki-Niveau. Zugegeben, das sind subjektive Eindrücke, und erst noch ausschliesslich im Nassen gesammelt. Und eins ist eh klar: Lieber ein etwas grob regelndes ABS am Supertourer als gar keins! Drum gibts in der Schweiz weder FJR noch GTR ohne ABS zu kaufen.







Story zum Vergleichstest (auf das Foto klicken).


8. April

Name Daniel Riesen
Datum 8. April 2008
Ort Bern-Safenwil-Bern
Kilometer Trip 80 km
Kilometer Total 100 km
Durchschnittsverbrauch nicht geachtet
Besonderes GTR nach dem 1000 km-Service wieder abgeholt

Ich fahre mit dem Ersatzfahrzeug, der quirligen Kawasaki Versys, nach Safenwil, um die 1400 GTR nach ihrem Erstservice zurück zu holen.

Foto: Kawasaki Versy. Fahrbericht dazu? Auf Foto klicken...

Natürlich wieder bei frostigen Temperaturen. Ich freu mich schon auf die beim Service gleich angebauten Heizgriffe. Weil Kawa keine im Originalzubehör anbietet, setzten wir auf Zubehör von Daytona, erhältlich im Fachhandel, Info bei Motochic, Hostettler AG, Sursee.

Die Heizgriffe:

 daytona

 

Die Montage verlief problemlos, ein Teppichmesser zum Zuschneiden der Griffe und ein bisschen Zweikomponenten-Kleber reichten.
Die Rückfahrt ist angenehm. Hinter der Verkleidung der GTR sind auch 5 Grad Aussentemperatur ganz kuschelig, und die Heizgriffe tun den Rest.

Auf Normalstufe ist ihre Heizleistung zwar nicht überwältigend, doch zusammen mit leicht gefütterten Handschuhen reichts. Stufe 2 ist nur für kurzes Aufheizen gedacht, langfristig ginge ein Übermass an Ampère an die Elektrik.

Die Kawasaki ist auf der Autobahn in ihrem Element. Bei 4000/min im sechsten, als Overdrive ausgelegten Gang, reichen bereits für eine Busse (Tacho ca. 135). Also müheloses, vibrationsfreies Gleiten und doch genügend Schub für Überholmanöver.

Alles wunderbar, wenn da nicht der verbesserungswürdige Schutz der elektrisch verstellbaren Scheibe wäre. Doch davon später mehr, inklusive Streitgespräch mit Online-Guru Michael Föhn.

Das Streitobjekt, die Scheibe: (Klickt aufs Foto für eine Vergrösserung)

Stellung tief: Stellung hoch: und die Bedienung am Lenker:




MSS-Dauertest März

Von Daniel Riesen um 18:25 [ MSS-Dauertest Kawasaki 1400GTR ]

1. April 2008

Föfö bekommt den Auftrag, am Donnerstag, 3. April die GTR zum Service zu bringen. Gleichzeitig soll er auch die neu erstandenen Heizgrife mitnehmen und diese gleich montieren lassen. Sie stammen von Daytona, der Satz kostet um 130 Franken. Sie lassen sich im Fachhandel oder beispielsweise bei motochic.ch (Link zur Website) kaufen.

daytona

Des weiteren erhält er den Transponder. Der Zündschlüssel der GTR verbleibt bis auf weiteres auf dem Motorrad (er kann ohne Transponder nicht abgezogen werden). Der Transponder wandert dabei von Besitzer zu Besitzer. Im Transponder selbst ist, wie das Foto zeigt, ein kleinerer Schlüssel eingelassen - er passt zu den Seitenkoffern.



Wer mehr über das Transpondersystem wissen will, schaue hier nach...(wave-Datei, 2.5 Megabyte gross)


15. März 2008

Unterwegs mit Tobias Kloetzli und dessen Testtöff, der Moto Guzzi Stelvio. Ich erspähe einen Feldweg, der sich für Fahrfotos mit der Stelvio eignet. Ich fahre mit der GTR vorne weg. Ich fahre auf dem Gras in der Mitte. Das wird zunehmend feucht, ich rutsche in die Fahrspur runter, doch dort holpert es ganz gehörig.

Ich bin eine Gelände-Flasche, doch ich beherzige den stets gehörten Tipp, mehr Gas löse fast alle Probleme. Das knapp 300 kg schwere Schnellboot stabilisiert sich, im feineren Kies kann ich bremsen. Uff! Ein Alptraum, beim Verleiher Fibag anzurufen und mitzuteilen, ich hätte den Saisontester mit 95 km auf dem Tacho schon in die Wiese gesetzt…

Name Daniel Riesen
Datum 30. März 2008
Ort Bern
Kilometer Trip 278
Kilometer Total 855
Durchschnittsverbrauch 6.6 Liter
Besonderes -


6. März 2008

Chefredaktor Markus Schmid macht den Taxi-Chauffeur und Fotografen: Er fährt mich nach Safenwil zu Kawasaki-Importeur Fibag zur Übernahme der Saisontest-Maschine und hält den historischen Augenblick im Bild fest.

Fibag-Chef Freddy Oswald geht mit mir nochmals die Geheimnisse des Wegfahrsperr-Transponders durch: Die Zündung lässt sich nur aktivieren, wenn sich das elektronische Wunderkästchen in unmittelbarer Nähe des Bikes befindet (ca. 4 m). Dessen praktische Seite: Der Zündschlüssel bleibt fürs Parkieren am Motorrad – er ist in Abwesenheit des Transponders gesperrt und nicht zu entfernen – der Transponder bleibt stets in der Hosen- oder Jacekentasche. Die Freigabe der Zündung erfolgt drahtlos, ein Hantieren mit Schlüssel fällt weg, ausser man will die Koffer öffnen oder entfernen.

Die erste Fahrt mit dem jungfräulichen Testmotorrad (Kilometer-Stand 5) verläuft problemlos. Angenehm ists bei 5 Grad Maximaltemperatur dennoch nicht. Was sofort auffällt: Bei Kawasaki gibts nicht mal optional heizbare Griffe – da müssen wir uns im Zubehörhandel umsehen!




MSS erklärt den Test

Von Daniel Riesen um 18:04 [ MSS-Dauertest Kawasaki 1400GTR ]

Wenn wir ein Testmotorrad in unser Herz geschlossen haben, müssen wir es jeweils zurückgeben. Mit der Kawasaki 1400GTR ist dies 2008 anders. Sie wird uns die ganze Saison begleiten.


Fünf Kilometer! Die Kawasaki ist ungewohnt jungfräulich. Wenn wir ein Testmotorrad abholen, ist es meist ordentlich eingefahren, einige hundert oder auch wenige tausend Kilometer stehen auf dem Tacho. Doch die Kawasaki 1400GTR ist kein «normales» Testmotorrad. Der Supertourer, ein 08er-Modell, soll uns eine ganz Töffsaison lang begleiten. Wir fahren und leben mit dem Bike und schauen, wie weit wir kommen und was wir dabei erleben. Ein bisschen detaillierter ist unser Konzept natürlich schon, doch die Grundidee ist so simpel.


Wir veranstalten keinen Dauertest in der Hoffnung auf technische Ausfälle oder andere Unzulänglichkeiten. Beim heutigen Stand der Technik, kombiniert mit den relativ geringen Jahresfahrleistungen, sind die Themen Zuverlässigkeit und Langlebigkeit etwas in den Hintergrund getreten. Meist hält heute ein Töff ungefähr so lange, wie der Käufer es will. Auch das ist natürlich eine Vereinfachung, und wir werden selbstverständlich auch rapportieren, falls und warum uns die GTR im Stich gelassen hat.

Übergabe: Fibag-Chef Freddy Oswald erklärt dem Autoren die Feinheiten des Supertourers:

übergabe bei der fibag

15'000 Kilometer sollten es mindestens sein

Am 6. März hat uns Kawasaki-Importeur Fibag die 25'000-Franken-Ma­schine übergeben. Geschäftsführer Freddy Oswald repetierte mit MSS die Finessen des Hightech-Tourers und wünschte viel Vergnügen. Wie weit wird uns das Schnellboot tragen? Wir gehen davon aus, dass die Redaktionsmitglieder in einem normalen Sommer 15'000 bis 20'000 km abspulen werden. Dabei erfährt man mehr über Charakter und Eigenheiten eines Motorrades, als dies während eines zwei bis drei Wochen dauernden Standard-Fahrtests möglich ist.

Alles wird rapportiert

Wir werden auch Erlebtes rapportieren, Schönes und weniger Gfreuts, laufend online (siehe Kasten), einiges auch im Heft, und zu Saisonende ausführlich Bilanz ziehen. Im Laufe der Monate werden wir natürlich auch Zubehör ausprobieren. Derzeit aktuell: Heizgriffe. Natürlich werden wir auch unterschiedliche Reifen aufziehen und mit der Originalbereifung vergleichen.

144 PS am Hinterrad

Zum Testprozedere gehören auch Anfangs- und Schlussmessung auf dem Prüfstand. Bei der Eingangsmessung – bei Tachostand 445 – zeigte sich die GTR in Frühform: Eine satte, runde Drehmomentkurve und eine Topleistung von 144,6 PS am Hinterrad versprechen Dampf für alle Fahrsituationen.

prüfstand

So weit, so gut, doch es gibt natürlich noch viel mehr zu berichten.




Die 1400GTR auf dem Dynojet-Prüfstand:





Die Kawasaki 1400GTR an der Swiss-Moto 2007: