30.5.2008

Mit der GTR im DB Autozug

Von föfö um 16:16 [ MSS-Dauertest Kawasaki 1400GTR ]

  • Name: föfö
  • Datum: 30. Mai
  • Ort: Bern-Hamburg (DB Autozug)
  • Kilometer: rund 800 km
  • Durchschnittsverbrauch: null!!!
  • Besonderes: Relaxen im Zug

Mit dem DB Autozug geht es von Loerrach nach Hamburg. Dieser Autozug kann ich jedem anderen Toeffreisenden, der ebenfalls in den Norden will, vollstens empfehlen. Bucht man ein Weilchen im voraus (so zwei Monate voraus), bekommt man echt guenstige Tarife (gilt allerdings nicht für die Hauptsaison - da ist es eher umgekehrt). Fuer eine Person mit Motorrad duerfte das, billigste Variante, um die 110 Euro kosten (eine Fahrt einfach inklusive Motorrad).

Leute, das lohnt sich. Denn die Durchfahrt durch Deutschland ist teuer: Spritpreis bei 2.5 Franken pro Liter - bei einer 800 km Strecke kommen so locker um die 120 Franken reine Spritkosten zusammen. Dazu die Reifen, die ihr da auf der komplett langweiligen deutschen Autobahn kaputtfahrt....und ihr kommt erst noch in Hamburg völllig entspannt und ausgeruht an.

Buchen könnt ihr den Autozug direkt über die DB Autozug-Website (hier klicken).

Hier noch die Fotos vom Autozug:

Ankunft am Bahnhof in Lörrach. Es stehen schon einige Biker da. Da die Motorräder zuerst eingeladen werden, werden sie an die Spitze der Warteschlange genommen. Erste Benzingespräche mit den anderen Bikern.

DB Autozug Motorrad

Die GTR wird verzurrt. Und zwar mit vier Spanngurtenn.

DB Autozug Motorrad

Der deutsche Biker auf dem BMW-Boxer verdeutlicht, wie wenig Kopffreiheit die Biker hier unten haben. Sein Schuberth-Klapphelm rasiert beinahe das Deckenblech ab... 

DB Autozug Motorrad 

Meine Schlaf-Kabine von aussen: 

DB Autozug Motorrad 

Und von innen. Klar, Fünf Sterne-Luxus ist es nicht, eng ist es überall auf dem DB Autozug. Aber es ist ja nur für eine Nacht...und man reist so wesentlich bequemer als wenn man stundenlang über die deutsche Autobahn brettern müsste....

DB Autozug Motorrad


 Frühstück am nächsten Morgen - es kommt direkt aus der Frühstücksbox. Daneben liegt offen die Karte um Reisepläne zu schmieden...

DB Autozug Motorrad


Zwei Mitreisende zeigen, wie wenig Platz man im Gang hat - da kommt man sich näher... 

DB Autozug Motorrad 



 


28.5.2008

Mit der GTR geht's nach Norwegen

Von föfö um 13:50 [ MSS-Dauertest Kawasaki 1400GTR ]

So, die GTR ist bereit. Frisch aus dem Service hat sie Dänu gebracht. Und der grosse Tourer ist topfit: ausser ein paar abgefahrenen Reifen fanden die Mechaniker von Kawasaki nichts Ernstes bei vorgeschriebenen 6000-km-Service. Das ist gut zu wissen, denn die nächsten zwei Wochen werden hart für die GTR werden:

Zuerst wird föfö mit der GTR nach Lörrach düsen. Von dort geht es superbequem mit der Deutschen Bahn (link hier klicken) und deren Autozug nach Hamburg. Denn die ganze Motorradreise durch das lange Deutschland ist eine Tortur und seit der Spritpreiserhöung auch noch richtig teuer.

Von Hamburg aus geht es via Dänemark (Kopenhagen) rüber nach Schweden (Malmö). Von dort dann Richtung Nordwesten - nach Norwegen. Geht alles gut, folgt der Schönste Teil der Reise: Eine Woche lang durch die Bergwelt und die Fjordlandschaft von Südnorwegen.

Alles mit der GTR. Und weil Campen in den Nordländer wunderschön ist, wird die GTR voll beladen: Zelt, Isomatte, Schlafsack, Kocher etc...

Die ungefähre Reiseroute für die zweiwöchige Ferienreise mit der GTR:

Reise nach norwegen


Größere Kartenansicht

Geplant ist, die Reise ständig zu aktualisieren - und zu diesem Zwecke des öfteren mal ein Internetcafe aufzusuchen. Ob das allerdings immer klappt...


27.5.2008

GTR nach dem 6000 km-Service

Von föfö um 14:13 [ MSS-Dauertest Kawasaki 1400GTR ]

Name: Daniel Riesen
Datum: 25. Mai
Ort: Bern-Safenwil-Bern (Service), Bern-Basel; Bern-Lignière
Kilometer: rund 600 km
Kilometer: Total rund 6500 km
Durchschnittsverbrauch: auf einer Fahrt (Autobahn) sparsam gefahren, 5.6 Liter verbraucht
Besonderes: 6000-Service, neue Reifen aufgezogen.

 

27.5.2008

Kurze Visite in Lignières. Pressekonferenz im Hinblick auf die Premiere eines Supermoto-Meisterschaftslauf auf dieser einzigen, wenn auch kurzen, Rennstrecke der Schweiz. Die Kurven hinauf zum Jura-Hochplateau gehen gut von der Hand, der gute erste Eindruck vom Vorderreifen bestätigt sich. Die Schwere des Motorrades bleibt indes präsent, oft fährt man einen etwas weiteren Bogen als geplant. Oder fehlts einfach noch am Feintuning in des Fahrers Hirn?


Bei ein paar Touristen-Runden auf dem Circuit de Lignières macht die Vorderbremse einen guten Eindruck. Der Initial-Biss ist wirklich beeindruckend, auch wenn anschliessend die Bremsleistung nicht ganz linear zunimmt. Auch hier: Es braucht etwas Zeit, um sich "einzuschiessen".

 
25.5. 2008

Am Sonntag gings mit der GTR, frisch aus dem Service, zu Walter Dolder in Basel. Dolder war letztes Jahr der beste Schweizer Klassik-Racer (in der Klasse Solo mit Maschinen über 400 cm3, 1950 bis 1972). Das Motorrad: eine Kawasaki H1 Mach III, das Zweitakt-Monster von 1969. Eindrücklich der Weg, den ein Hersteller wie Kawa zwischen damals und heute gegangen ist - eine Maschine wie die 1400GTR wäre damals schlicht als nicht machbar taxiert worden.

Foto: Walter Dolder 2007 am Gurnigel mit der Kawasaki H1. 

 Walter Dolder auf Kawasaki H1 2007 am Grunigel

Weiteres Foto von Walter Dolder vom Gurnigelrennen 2007 

 

20.05.2008

 
Der Service (bei 6000 km) hat der Kawasaki 1400GTR gut getan. Mechanisch gabs nichts zu tun, alles bestens, alles flutscht, nicht einmal ein Ölwechsel steht bei 6000 km auf dem Wartungsplan. Reif waren hingegen die Reifen, vorne blieb gerade mal das gesetzliche Minimum, hinten warens noch 2,5 mm.

Reif aber noch aus einem anderen Grund: Die Erstausrüstung, die Tourensportreifen Bridgestone BT-021, hatten uns irritiert. Nach Ausschluss anderer Ursachen inkl. Lenkkopflager und Reifen-Luftdruck, schlossen wir, dass das eigentümliche Lenkverhalten vom Vorderreifen eingeleitetet wurde. Besonders in langsamen Kurven musste dauernd kräftig gegengelenkt werden, Vertrauen stellte sich nie ein. Rätselhaft, denn letztes Jahr bei der Präsentation und später im Vergleichstest zeigte eine identisch besohlte GTR keine Macken.

Item, der nun aufgezogene Michelin Pilot Road2 gefällt sofort, eine Autobahneinfahrt genügt, um das nun neutrale Einlenk- und Kuvernverhalten zu geniessen.

 


15.5.2008

Mit der 1400GTR in Südfrankreich

Von föfö um 10:17 [ MSS-Dauertest Kawasaki 1400GTR ]


Name: föfö
Datum: 15. Mai
Ort: Bern-Hyeres-Bern
Kilometer: 2772 km
Kilometer: Total 5847 km
Durchschnittsverbrauch: mit 5.7 Litern sehr niedrig
Besonderes: ein Supertourer!

 
Am Pfingstwochenende gab es für unsere Dauertestmaschine 1400GTR zum Härtetest: in fünf Tagen musste sie über 2500 km leisten - und dies bei heissesten Temperaturen.

Angemietet war mit Kumpels eine Villa in Hyeres, Südfrankreich. Während die anderen Surfen gingen, forderte föfö die GTR etwas: schlottern auf dem Col de la Cayolle, Bruthitze in der Gorge du Verdon, Stau in St.Tropez.

In der Gorge du Verdon: 

mit der GTR in der Gorge du verdon
 

Bevor wir ins Detail gehen, nur soviel: die GTR meisterte alle ihr gestellten Herausforderungen souverän, nie liess sie mich im Stich...und obwohl ich nicht unbedingt ein Tourerfan bin, habe ich den Supertourer richtig liebgewonnen. Ausserdem kann ich Entwarnung geben: der Motor der GTR erreichte selbst bei 30 Grad, im zweiten Gang und im Stau niemals Höchsttempertur. Und durch Aufpumpen der Pneus um fast 0.5 Bar (vorne nun 3.0 Bar, hinten bei Beladung 3.1 Bar) konnte meiner Meinung nach auch das von Dänu und Tobias registrierte schwerfällige Handling und das Austellmoment beim Bremsen in Schräglage beseitigt werden.

In der Nähe von Digne-les-Bains:

schafherde und gtr 

Hier in Kürze die letzten Erkenntnisse, die ich nach 2700 Kilometern Fahrt mit der GTR gewonnen habe:

Top:

Fahrwerk: Das eigentliche Sahnestück der GTR. Topstabil auf der Autobahn (gäbe es keinen Gegenwind, könnte man bei Tempo 150 sogar noch SMSlen....), aber auch Kurvengeil bis zum Abwinken. Man würde es nicht für möglich halten, dass sich 320 Kilogramm Lebendgewicht so leicht durch die Kurven werfen lassen. Obwohl die Federelemente (insbesondere die Gabel) sehr auf Komfort getrimmt sind und man kleine Schlaglöcher wenig merkt - gibt einem das Fahrwerk in der Kurve doch gute Rückmeldungen über den Fahrbahnzustand.

Komfort: der Sitz ist superbequem, die Scheibe mit ihren elektrischen Verstellmöglichkeiten  ein Hit: bei Hitze fährt man sie runter und lässt die Luft an den Oberkörper gelangen, bei Regen, Kälte und Autobahn fährt man sie wieder hoch.

Bremsen: Für einen Schwergewichts-Tourer sind das richtig bissige "Sportbremsen". Das ankert perfekt und ist dank ABS richtig sicher (und dass das ABS funktioniert, weiss ich nun nach einer Begegnung mit einem Auto, das mir den Vortritt genommen hat, auch...)

Cockpitanzeigen: Reifendruck, Ganganzeige, Restreichweite, Batterieladezustand, Verbrauchswerte total und aktuell.....die GTR ist ein rollender Computer und glänzt  mit bestem Infotainment.

Aussenspiegel: "man sieht nur die Koffer" - schrieb eine grosse deutsche Motorradzeitschrift. Das stimmt. Die sieht man. Aber das ist nur ein kleiner Teil der Rückansicht. Die GTR liefert eine Spitzensicht nach hinten!

Verbrauch: für einen so grossen Tourer sind 5.6 Liter Durschnittsverbrauch ausgezeichnet.  Und Leute, glaubt mir - ich habe die GTR zum Teil sehr zackig die Pässe hochgeprügelt. Nur bei vollem Autobahntempo jenseits von 140 km/h fängt sie an zu saufen: 6.5 Liter braucht sie dann. 

Licht: Superhell. Und macht, von vorne gesehen, richtig Eindruck und verschafft Respekt. 

 
Nicht so gut:

Motor: Wirkt unterhalb von 4000 Touren schlapp. Für einen 1400er muss, will man auf kurzen Strecken wirkungsvoll überholen, eifrig das Getriebe gerührt werden. In der Gorge du Verdon war ich gar ständig im 2ten Gang unterwegs, um die lästigen Camper überholen zu können. Dreht man die GTR allerdings auf 5000 Touren, explodiert sie förmlich - so schnell geht das dann voran. Dann kommt keiner der akutellen Konkurrenten mehr mit.

Lage des Gangfusshebels: etwas zu flach, so dass das Schalten mit der Zeit den Fuss ermüdet. Der Hebel müsste etwas steiler unten angebracht sein.

Breite: "c'est une barque! " rief mir ein französischer Motorradfahrer zu, als er meine Wendemanöver mitansah. Das stimmt. Die GTR killt einfach jegliche Spontanität - Stauschlängeln geht nur mit sehr viel Vorsicht und beim Parkieren muss man immer aufpassen, dass man nichts touchiert.

Motorluft: die GTR bläst einem, trotz Motorluftabweiser, viel heisse Luft an die Schienbeine. Das ist sehr angenehm bei kalten Temperaturen - und unangenehm bei heissen Temperaturen und im Stau. 

Auf dem Col de la Cayolle (2300 Meter über Meer) liegt im Mai anscheinend noch eine Menge Schnee: 

col de la cayolle 

So stellen wir uns das Mittagessen vor: am Strand von Port Grimaud (bei St. Tropez): 

essen am strand von port Grimaud 

Da runterfahren? Nie im Leben. Da hinten ist die Hölle: Blitz, Donner, Regen. Ich kehre sofort um und fahre zurück in den Luberon. 

regen 

 

 


05.5.2008

GTR im Ausgang

Von föfö um 09:12 [ MSS-Dauertest Kawasaki 1400GTR ]

Name: Daniel Riesen ("Dänu")
Datum: 1. Mai
Ort: Frienisberg
Kilometer: 25 km
Kilometer:
Durchschnittsverbrauch:
Besonderes: GTR als Gourmettöff missbraucht


Am Auffahrts-Abend (richtig müsste es ja Ausfahrt und nicht Auffahrt heissen...) diente die 1400GTR als Gourmet-Taxi. Gemütlich genoss ich mit Sozia Marianne die Aussicht vom Frienisberg die Abendstimmung und Aussicht vom Frienisberg. Diese Gegend westlich von Bern ist wirklich gesegnet.

An den tollsten Ecken hat man eine wunderbare Aussicht auf Jura und Alpen gleichermassen. Da würden vermutlich astronomische Bodenpreise bezahlt, wenn denn gebaut werden dürfte - was die Raumplanung nicht zu Unrecht verhindert.

Item, über enge Strässchen fuhren wir gen Aarberg, wollten eigentlich noch weiter, doch dann blieben wir auf dem grossen Platz dieses kleinen Städchens hängen. Marianne stieg entspannt ab und steuerte die "Krone" an.

Feines Essen, einige Menues zu sehr zahlbaren Preisen, doch auch einen Hunderter pro Nase lässt sich hier leicht investieren. Beim Kauen überdenke ich meine letzten Fahreindrücke: Auch die stärker zugedrehte Auswärtsdämpfung an der Gabel kuriert das Gefühl hohen Aufstellmoments in Schräglage nicht. 2,6 bar liegen deutlich unter den empfohlenen 2,9 bar, also ist Pumpen der nächste Schritt der Kur. Mal sehen...

GTR1400 vor Frienisberg