GTR stellt sich der Goldwing
| Von föfö um 16:32 | [ MSS-Dauertest Kawasaki 1400GTR ] |

- Name: Daniel Riesen und föfö
- Datum: 16.+ 17. August 2008
- Ort: Französischer Jura
- Kilometer rund 400 km
- Kilometer Total 21'500 km
- Durchschnittsverbrauch 6.5 Liter
- Besonderes: GTR muss sich in Sachen Komfort der Honda Goldwing geschlagen geben.
Diese Woche hatte unsere Dauertestmaschine Kawasaki 1400GTR einen ganz besonderen Gegner - nämlich eines der schwersten, luxuriösesten, grössten und teueresten Motorräder aller Zeiten: die Honda Goldwing. 1832 ccm Hubraum, 118 PS Power und endlosen Komfort.
Schon auf der Autobahn in Richtung Französische Grenze weiss uns die Honda-Dame mit Luxus und Komfort zu umschmeicheln: Sitz wie eine Wohnzimmer-Ledercouch, Heizgriffe, Sitzheizung vorne und hinten, Radio, integriertes Navi, Windschutz total und eine Federung, die alles, wirklich alles wegbügelt. Fährst du beispielsweise mit der Goldwing über ein Schlagloch, merkst du irgendwie, dass da was war....aber du könntest nicht sagen, ob du jetzt einen Baumstamm oder ein bloss ein kleines Schlagloch überfahren hast. Ok...das ist jetzt etwas übertrieben, aber wir halten fest: das Fahrwerk der Goldwing hat Sänftencharakter.
Ganz anders die GTR: im Vergleich mit der Goldwing sitzt es sich auf ihr wie auf einem Hozbrett. Ganz besonders, seit wir auf der GTR den Gelsitz (Zubehör) montiert haben - nimmt man nun auf dem Kawa-Tourer Platz, hat man das Gefühl, als sei der Sitz extrem hart und steif...dass der Gelsitz trotzdem auf jeden Fall ein Kauf ist, merke ich erst im Verlaufe des Tages: der Kontakt zum Motorrad ist viel besser, man fährt "sportlicher". Ausserdem ist er auf die Dauer auch deutlich bequemer: selbst nach 8 stündiger Fahrt schmerzt einem mit der Gelsitz der Hintern deutlich weniger als mit dem Orginalsitz. Also: Seit ihr Kurzenstreckerfahrer (dann seit ihr mit der GTR sowieso falsch beraten), dann ist der Orginalsitz die bessere Wahl. Macht ihr hingegen weite Strecken mit der GTR (und das ist standesgemäss), dann zahlt ihr lieber den Aufpreis für den Gelsitz, es lohnt sich...
Die Autobahn-Etappe weiss auf der Goldwing also viel mehr zu gefallen, zumal es am Morgen in der Schweiz noch sehr kühl ist. Doch dann kommen die ersten schmalen Strassen im französischen Jura - und schon wendet sich das Blatt. Die GTR weiss sich hier locker durchzuwedeln, ein Motorrad halt. Ganz anders die Goldwing: die Fussrasten kratzen pausenlos (wenig Schräglage), die Federung ist derart weich, dass man vom Strassenzustand und deren Gefahren kaum mehr etwas mitbekommt. Ganz klar: die Goldwing ist für dieses Terrain nicht gemacht, hier gewinnt die GTR haushoch.
Mehr Details zum Charkter und zum Vergleich des Luxustourers gegen den Sporttourer gibt es im Heft MOTO SPORT SCHWEIZ, Nummer 20.
Hier noch ein paar Detailfotos:
Kawasaki 1400GTR:
Haben wir bisher noch gar nicht bemerkt: Dreht man nur den Zündschlüssel, ohne zu starten, gibt die GTR nur ein schwaches Standlicht von sich. Das ist clever - es spart beim Startvorgang nämlich massiv Strom.
Erst nach dem Starten schaltet sich dann das Volllicht zu.
Die Koffer mit den herausnehmbaren Seitentaschen funktionierten nach wie vor perfekt. Auch nach über 20'000 Kilometer ist die Mechanik einwandfrei.
Honda Goldwing:
Gut gemacht: das Topcase der Goldwing lässt wie eine Autohecktür mit einem Handgriff öffnnen.
Und ist eine Klappe offen, meldet die Goldwing dass pflichteifrig nach vorne ins Cockpit:
Und natürlich will einem die Goldwing auch mit Routeninfos füttern. Doch leider ist das Navi so eingebettet, dass die Sonne meistens hineinblendet und man nichts ablesen kann.
Auch der Radio funktioniert einwandfrei. Ob man wirklich die Gegend beschallen will, ist wohl Geschmackssache...
Seitenschalter. Hier lässt sich sogar das Fahrwerk auf die Gewichtsverhältnisse einstellen.
Unglaublich viele Knöpfe am linken Seitenspoiler. Blöd: der Warnblinkschalter war genau auf der Höhe meines Knies. Bei jedem grossen Schlagloch löste ich ihn unabsichtlich aus.





















